Willkommen beim Väteraufbruch für Kinder, Kreisverein Lübeck

Der Väteraufbruch für Kinder, Kreis Lübeck, begrüßt alle Väter, Mütter, Opas und Omas denen die Möglichkeit genommen wird, am Leben Ihrer Kinder und Enkel teil zu haben.

Du bist ein Vater?
Du bist ein Kind?
Du bist eine Mutter?
Du bist ein Opa?
Du möchtest zur Hauptseite des Väteraufbruchs?
Du bist eine Oma?
Sie sind Jurist, Therapeut oder Seelsorger?
einfach nur neugierig?
Presse und Medien

15.05.2018

Väter-/Mütterstand auf dem Selbsthilfetag 2018 in Lùbeck

Väter-/Mütterstand auf dem Selbsthilfetag 2018 in Lùbeck

Erlebnisse und Lebensgespräche

"Doppelresidenz, was ist das? - Die Kinder bei beiden Eltern. - Gut, ich unterschreibe!" 
So oder ähnlich konnten wir im Messezelt auf dem Rathausmarkt gut dreißig Menschen für die Petition von doppelresidenz.org für ein zeitgemäßes Familienrecht in Deutschland gewinnen. Sogar unser Infostand war zeitweise paritätisch besetzt: Vier Väter und zwei Mütter teilten sich den Tag, kamen mit aufgeschlossenen Besuchern und auch miteinander ins Gespräch. Selbsthilfe und Öffentlichkeitsarbeit gingen sozusagen Hand in Hand. 
 
Am Mittag traf der Schleswig holsteinische Ministerpräsident Daniel Günther ein und hielt ein Grußwort zur Bedeutung der Inklusion von "gesunden" und beeinträchtigten Menschen in alltäglichen Lebensbereichen. Wir überreichten ihm die Neuauflage der Broschüre zum Wechselmodell und hielten ein längeres Gespräch mit seinem Staatssekretär. In der Landeshauptstadt Kiel ist die Aufmerksamkeit für das reformbedürftige  Familienrecht seit der letzten Wahl stetig gestiegen, besonders auch durch die Aktivitäten des VAfK. 
 
Reger Austausch mit anderen Initiativen, und dem Aktionsbündnis, der Koordinationsstelle KISS und Die Brücke, mehrere Trommler-Runden sowie eine Rallye im "Rolliparcour" machten diesen Tag gedanken- und erlebnisreich und sinnlich erfahrbar. 
Herzlichen Dank an die Aktiven und die spendenden Organisationen! 
 
Für die Kreisgruppe Lübeck des Väteraufbruch für Kinder e. V. 
Peter Franke


Der Druck steigt: Flexible Gestaltung gemeinsamer Elternschaft

Liebe Eltern, Großeltern, Interessierte und Medienvertreter,

 

 

§ 1684 BGB Umgang des Kindes mit den Eltern

  1. Das Kind hat das Recht auf Umgang mit jedem Elternteil; jeder Elternteil ist zum Umgang mit dem Kind verpflichtet und berechtigt.
  2. Die Eltern haben alles zu unterlassen, was das Verhältnis des Kindes zum jeweils anderen Elternteil beeinträchtigt oder die Erziehung erschwert. Entsprechendes gilt, wenn sich das Kind in der Obhut einer anderen Person befindet.
  3. Das Familiengericht kann über den Umfang des Umgangsrechts entscheiden und seine Ausübung, auch gegenüber Dritten, näher regeln. Es kann die Beteiligten durch Anordnungen zur Erfüllung der in Absatz 2 geregelten Pflicht anhalten. ...
  4. ...

 Gemäß Beschluss vom 1. Februar 2017 – XII ZB 601/15

 Auszug:

Der u.a. für Familienrecht zuständige XII. Zivilsenat des Bundesgerichtshofs hat entschieden, dass und unter welchen Voraussetzungen das Familiengericht auf Antrag eines Elternteils gegen den Willen des anderen Elternteils ein sog. paritätisches Wechselmodell, also die etwa hälftige Betreuung des Kindes durch beide Eltern, als Umgangsregelung anordnen darf.

Im vorliegenden Verfahren erstrebt der Vater die Anordnung einer Umgangsregelung in Form eines paritätischen Wechselmodells. Er will den Sohn im wöchentlichen Turnus abwechselnd von Montag nach Schulschluss bis zum folgenden Montag zum Schulbeginn zu sich nehmen.

Faktoren:
- Entscheidender Maßstab für die Regelung des Umgangs ist das Kindeswohl (Kindeswohlprinzip, § 1697 a BGB) unter Berücksichtigung der Grundrechtspositionen der Eltern.
- Die Neigungen, Bindungen und der Kindeswille sind gewichtige Gesichtspunkte des Kindeswohls.
-- Die räumliche Distanz zwischen den Eltern muss zu bewätigen sein. (Schule, Kindergarten, Sportverein, Freunde, etc.)

gemeinsames Sorgerecht
- Eine Festlegung des Lebensmittelpunkt des Kindes, Aufenthaltsbestimmungsrecht, dient hier etwa zur Vereinfachung der Auszahlung öffentlicher Leistungen und dem Hintergrund der praktikablen Festlegung öffentlich-rechtlicher Rechtsfolgen.
- Eine gerichtliche Umgangsregelung, die im Ergebnis zu einer gleichmäßigen Betreuung des Kindes durch beide Eltern im Sinne eines paritätischen Wechselmodells führt, wird vom Gesetz nicht ausgeschlossen.
- Auch die Ablehnung des Wechselmodells durch einen Elternteil hindert eine solche Regelung für sich genommen noch nicht.
- Entscheidender Maßstab der Regelung ist vielmehr das im konkreten Einzelfall festzustellende Kindeswohl.
- Eine bestehende Kommunikations- und Kooperationsfähigkeit der Eltern
- Dem Kindeswohl entspricht es daher nicht, ein Wechselmodell zu dem Zweck anzuordnen, eine Kommunikations- und Kooperationsfähigkeit erst herbeizuführen.
-- Ist das Verhältnis der Eltern erheblich konfliktbelastet, so liegt die auf ein paritätisches Wechselmodell gerichtete Anordnung in der Regel nicht im wohlverstandenen Interesse des Kindes.
- Das Familiengericht ist im Umgangsverfahren zu einer umfassenden Aufklärung verpflichtet, welche Form des Umgangs dem Kindeswohl am besten entspricht.
-- Dies erfordert grundsätzlich auch die persönliche Anhörung des Kindes

Das Wechselmodell ist anzuordnen, wenn die geteilte Betreuung durch beide Eltern im Vergleich mit anderen Betreuungsmodellen dem Kindeswohl im konkreten Fall am besten entspricht.

 


Die noch gängigen Formulierungen des Kindeswohls in Bezug auf den Wohnort nach einer Trennung der Eltern greifen zunehmend ins Leere. "Residenz" bei der Mutter oder dem Vater und "ausreichender Umgang" mit dem anderen Elternteil sind meistens nicht das, was Kinder sich wünschen und was die Eltern in gute Kooperation bringt.

 Die Doppelresidenz, das sogenannte "Wechselmodell" wird in Europa vielfach mit guten Erfahrungen als Standard praktiziert.

Hintergrund sind die jüngsten Diskussionen auf dem Familienkongress des Väteraufbruch in Halle/Saale und Fachtagungen in Hamburg und Köln. Internet-Links dazu finden Sie im Anschluss an diesen Artikel.

 Einen ersten Kontakt zu uns, können Sie über das Kontaktformular oder bei einem unserer Treffen herstellen.

Weiteren Raum bekommen bei uns die aktuellen Fragen:

 - Was haben wir an Positivem in der Trennungssituation erreicht oder an Rückschlägen zu verkraften?

Welche Hilfen können wir auf der VAfK- Homepage und mit der Dr. Ball Stiftung für Lübeck anbieten?